So entfernst Du Fensterschimmel richtig!

1. Was ist Schimmel und welche Sorten von Schimmel gibt es?

Schimmel ist ein Pilz, der sich unter günstigen Bedingungen, wie etwa hohe Luftfeuchtigkeit und Wärme bildet. Besonders stehende, nicht zirkulierende Luft begünstigt die Entwicklung. Gerade Fensterschimmel wird leider oft erst zu spät bemerkt. 

Es gibt über 100.000 Schimmelpilzarten. Dabei gibt es sowohl gute, als auch schädliche Schimmelpilzarten. So gibt es zum Beispiel Schimmelpilze, die uns die Herstellung von Käse und Camembert ermöglichen.

In diesem Artikel soll es aber um den schädlichen Schimmel am Fenster gehen. Ich zeige dir, was du beachten solltest und wie du den nervigen Schimmel dauerhaft von Fenster und Fensterrahmen los wirst.

2. Wie du Schimmel am Fenster richtig erkennst und wie er entsteht.

Am besten ist Fensterschimmel als dunkler schwarzer und fransiger Fleck erkennbar. Vor allem findest Du ihn auf den Silikonfugen und Fensterrahmen deiner Fenster. Gerade in sehr luftfeuchten und warmen Räumen, wie der Küche und dem Bad schlägt die Feuchtigkeit an kalten Oberflächen, wie Fenstern, wo sich dann Kondenswasser bildet. Auch dicke Vorhänge vor schlecht isolierten Fenster und Wänden können Schimmel bilden. Dies liegt daran, dass der Bereich hinter den Vorhängen ebenfalls kühl bleibt und auch hier Flüssigkeit sich an Wänden und Vorhängen niederschlägt.

Früh erkannt, kannst Du den Fensterschimmel zwar einfach beseitigen, aber wenn du das Problem an ihrer Ursache nicht löst, kommt er mit Sicherheit wieder. Also solltest du dauerhaft dafür sorgen, dass kaum Wasser an deinen Fenstern kondensiert.

2.1 Falsche Lüftung

 

Allgemein wird zwischen zwei Arten von Luftfeuchtigkeiten unterschieden: Absolute Luftfeuchtigkeit und relative Luftfeuchtigkeit. Luftfeuchtigkeit bezeichnet den Anteil von kondensierten Wasser in der Luft. Je wärmer es ist, umso mehr Wasser kann die Luft aufnehmen.

Die relative Luftfeuchtigkeit bezeichnet demnach den prozentualen Wassergehalt von dem maximal möglichen Wasseranteil der Luft.

Da unsere Häuser in der Regel gut isoliert sind und wir sogar noch heizen, kann die Raumluft relativ viel Wasser aufnehmen. Dabei geben wir auch viel Feuchtigkeit an die Luft ab, etwa durch schwitzen, kochen und duschen.

In einem Haushalt, in dem drei Personen leben, entsteht so ein Wasserkondensat von 7-11 Liter jeden Tag.

Diese Zustände fördern die Schimmelbildung, da Schimmelpilze es am liebsten warm und feucht mögen.

Dunstabzugshauben, Pflanzen und geöffnete Fenster beim Duschen und Kochen helfen die Luftfeuchte effektiv zu verringern.

Außerdem sollte feuchte Raumluft durch richtiges Lüftungsverhalten vermieden werden. Bei häufigem Stoßlüften entsteht so ein Raumluftaustausch, sodass der Wasserdampf, die Wohnung verlassen kann.

Wie Du richtig lüftest erfährst Du hier!

2.2 Ursachen: Bauliche Mängel

Mängel, die im Hausbau begründet sind und die Schimmelbildung fördern sind nicht immer auf den ersten Blick erkennbar. Wenn nach dem Einbau eines neuen Fensters oder dem Anbringen einer neuen Wärmedämmung Schimmel oder Wasserkondensat erkennbar wird, ist dies ein klares Zeichen. In dem Fall, solltest du die betroffene Firma informieren und den Schaden beheben lassen.

Im Falle bäulicher Mängel, solltest Du versuchen den Schaden so gut wie möglich einzudämmen. Wenn zum Beispiel eine Silikondichtung porös oder undicht ist, macht eine schnelle Sanierung am meisten Sinn, denn in diesem Fall handelt es sich meist um eine Kältebrücke.

Kältebrücken fördern Fensterschimmel!

Eine Kältebrücke, kann man sich wie einen Schlitz vorstellen, durch den warme Innenluft nach außen gelangt. An diesem Schlitz kondensiert aufgrund der kühlen Außentemperatur die Luftfeuchtigkeit. In Form von Wasser bleibt diese Feuchtigkeit an der Schlitzwand haften. Hier ist die Gefahr der Schimmelbildung besonders hoch.

Nicht zuletzt sollten diese Kältebrücken aufgrund des Energieverlusts behoben werden. Eine weitere Ursache der Schimmelbildung können leckende Regenrinnen und undichte Dachanschlüsse sein.

Es kann Sinn machen einen Fachmann kommen zu lassen, der die Situation objektiv einschätzen und beurteilen kann. Wenn Du nicht selbst der Eigentümer deiner Wohnung bist, solltest Du in jedem Fall mit deinem Vermieter weitere Maßnahmen und die Kostenübernahme besprechen

3. Auswirkungen auf unterschiedliche Materialien

In der Regel bestehen Fensterrahmen entweder aus Holz oder aus Kunststoff. Bei der Entfernung vom Fensterschimmel ist die Beschaffenheit des Materials unbedingt zu berücksichtigen.

Unabhängig von dem Material ist eine ausreichende Isolation zum Außenbereich ausschlaggebend. So können schimmelfördernde Kältebrücken von Beginn an vermieden werden. Des Weiteren wird eine gute Isolation durch Mehrfachverglasungen erzielt. So ist die Glasscheibe von Innen viel wärmer, sodass Wasser kaum an ihr kondensieren kann. So wiederum wird Schimmel am Fenster vermieden.

Bei Holzrahmen ist zu berücksichtigen, dass es sich hier um organisches Material handelt, was Flüssigkeiten gut in sich aufnehmen kann und ein guter Nährboden für Schimmelpilze sind. Die Schimmelpilze können so tief in das Holz eindringen. So kann sogar ein Austausch notwendig werden, was Dir nur unnötige Kosten beschafft! Also ist es hier besonders wichtig vorbeugende Maßnahmen zu treffen. Am Besten überprüfst du auch regelmäßig, ob sich schwarze Flecken bilden oder Flüssigkeit am Fenster absetzt.

Kunststoffrahmen bieten keinen guten Nährboden für Fensterschimmel, die Schimmelpilze bilden sich hauptsächlich auf dem Kunststoff, wo sie leicht abgewischt und entfernt werden können. Ist allerdings die Silikondichtung betroffen, muss diese ersetzt werden, da sich der Schimmel bereits in das Silikon gefressen hat.

4. Gesundheitliche Folgen von Schimmel, die du wissen musst.

Schimmel ist nicht nur ein Schönheitsmakel und schadet Deinen Fenstern und Wänden, er sondert auch gefährliche Substanzen an die Raumluft ab. So kann auch ein typischer Schimmelgeruch entstehen. Oftmals, ist es aber auch der Fall, dass giftige Substanzen an die Raumluft abgegeben werden, man die aber nicht riechen kann.

Schimmel gibt Substanzen ab, die allergische Reaktionen und Atemwegserkrankungen auslösen kann. Symptome können Atemwegsinfektionen, Allergien und Asthma sein. Gerade gefährdete Menschen, die bereits solche Krankheiten mit sich bringen, sollten also besonders auf Schimmel achten.

Allerdings ist es wichtig zu sagen, dass sich in der Regel immer Schimmelsporen in der Innenluft, als auch Außenluft befinden. Außerdem sind kleine von Schimmel betroffene Flächen, wie am Fenster z.B., nicht allzu gefährlich: Aufgrund dem großen Raumluftvolumen, haben abgesonderte Substanzen kaum eine Auswirkung. Tritt Schimmel aber noch an anderen Stellen und vor allem an Wänden auf musst Du dringend handeln.

Dennoch gilt: Je schneller du den Fensterschimmel entfernst, umso gesünder ist es für Dich und deine Lieben, als auch für Deine vier Wände!

5. Wie Du Schimmel am Fenster entfernst.

Am Wichtigsten ist, dass Du den Schimmel so früh wie möglich entfernst. Sonst dringt er noch tiefer in das Material ein und verbreitet sich nur noch weiter.

5.1 Eigene Schimmelentfernung

Damit du mit der Entfernung beginnen kannst, solltest du unbedingt einige Vorbereitungen treffen. Immerhin wirst Du aufgrund der Entfernung Schimmelsporen aufwirbeln, die sich besser nicht an anderer Stelle absetzen. Vermeide also so gut wie möglich Schimmelsporen aufzuwirbeln.

5.1.1 Diese Vorbereitungen solltest Du unbedingt treffen:

  • Entferne alle empfindlichen und unnötigen Gegenstände aus dem Zimmer, etwa: Lebensmittel, Kleidung, Kissen und Decken.

  • Trage unbedingt Handschuhe und vor allem einen Mundschutz, damit Du so wenig wie möglich in Kontakt mit den Sporen kommst. Du kannst außerdem auf Schutzkleidung, wie Einmaloveralls zurückgreifen.

  • Öffne alle Fenster des Raumes (auch das zu behandelnde) und schließe die Zimmertüren.

  • Halte Dich allein in dem Raum auf, auch deine Haustiere sollten nicht unnötig den gefährlichen Sporen ausgesetzt werden!

5.1.2 Des Weiteren solltest Du beim Entfernen von Schimmel am Fenster folgende Dinge unbedingt beachten:

  • Teste die Reinigungsmittel vorab auf den Materialien, damit im Falle des Falles Dein Fensterrahmen nicht unnötig beschädigt wird.

  • Gehe sicher, dass du den Rahmen gründlich reinigst, um den Fensterschimmel langfristig zu beseitigen.

  • Du solltest den Schimmel sehr behutsam entfernen, damit so wenig Schimmelsporen wie möglich aufgewirbelt werden.

  • Bei größeren Flächen solltest Du mehrere Tücher benutzen, damit du die Schimmelsporen nicht auf unkontaminierte Stellen reibst.

  • Gebrauchte Tücher / Lappen müssen danach entsorgt werden!

  • Nach dem Entfernen des Fensterschimmels, solltest Du unbedingt duschen gehen, damit Du die Schimmelsporen nicht in Deiner Wohnung verteilst.

5.1.3 Diese Reinigungsmittel sind besonders effektiv!

Am Besten sind 70-80%iger Spiritus und handelsübliches Essigkonzentrat geeignet, um dem Schimmel am Fenster zu entfernen. Am Besten tränkst Du den Lappen in der Flüssigkeit. Benutze also bitte keine Sprühflasche, da die Dämpfe schädlich für Deine Atemwege sind und Alkohol besonders leicht verdampft. Und brennbare Gase in der Wohnung sind bekanntlich nicht von Vorteil. Trage also unbedingt einen Mundschutz und lösche offenes Feuer.

Im Handel kannst Du auch spezielle Schimmelentferner kaufen, hier solltest Du aber besonders darauf achten, für welches Material es geeignet ist. Meine Empfehlung ist aber Essigkonzentrat, da es relativ günstig ist und für Schimmelpilze ein „unwirtliches Milieu“ bietet, das heißt, dass sich hier Schimmel nicht bilden kann, weil der PH-Wert einfach nicht übereinstimmt.

Sollte allerdings die Fensterlaibung, also die innere Hauswand an den Fenstern, betroffen sein, solltest Du in keinem Fall Essig benutzen. Die Hauswand bietet das andere PH-extrem; sie ist nicht wie der Essig sauer, sondern alkalisch. Würden beide Extreme aufeinander treffen, würden sie sich ausgleichen und für Schimmelpilze wiederum einen perfekten Nährboden bieten.

Zitronenreiniger und andere säurehaltige Reinigungsmittel wirken ähnlich wie Essig und bieten ebenso den Nachteil, dass sie nicht auf alkalische Flächen, wie Putz, benutzt werden sollten.

Nicht empfehlenswert sind Chlorreiniger, sie schaden sowohl Holz- als auch Kunststoffrahmen.

5.1.4 So entfernst du den Fensterschimmel richtig.

Bei Holzfenstern ist es wichtig, dass du besonders viel Flüssigkeit nimmst, sodass die Flüssigkeit auch besonders tief in das Material dringt und dort den Schimmel entfernt. Auf gar keinen Fall solltest du hier Wasser benutzen, so würdest Du die Schimmelbildung nur unterstützen! Solltest Du nach dem gründlichen Entfernen bemerken, dass der Fensterschimmel wiederkommt, kann es unter Umständen Sinn machen einen Fachmann zu kontaktieren.

Bei Kunststoffrahmen und leichtem Befall kannst du nach den getroffenen Vorbereitungen den Schimmel auch mit Wasser abwischen, aber am Besten ist ein vernünftiges Reinigungsmittel, wie Essig, sodass auch wirklich keine Schimmelsporen zurückbleiben.

Ist die Fensterlaibung betroffen, ist es meist nur die Tapete die schimmelt, diese muss also erneuert werden. Wenn eine Silikondichtung betroffen ist, muss die betroffene Dichtung entfernt werden, gründlich mit einem speziellen Schimmelpilzentferner gesäubert werden und dann mit neuem Silikon neu versiegelt werden.

5.2 Kosten für professionelle Entfernung

Bei starkem Befall, und vor allem, wenn er nach der ersten Entfernung wiederkommt, kann es notwendig werden, dass ein Fachmann den Schimmel entfernen muss. Die Herangehensweise hängt dabei größtenteils von der Art und dem Grad des Befalls ab. Eventuell kann es sogar notwendig werden, dass betroffene Stellen im Material komplett entfernt und erneuert werden müssen. Bei dieser Materialerneuerung kann man von einem Kosteneinstieg von 500€ rechnen, das heißt, dass es auch deutlich teurer werden könnte. Wenn nur alte Fenster betroffen sind, dann macht es auch Sinn statt der Sanierung über ein neues Fenster nachzudenken.

6. So kannst du Schimmel am Fenster dauerhaft vermeiden.

Giftiger Schimmel sollte umgehend entfernt werden, aber vor allem ist es wichtig, dass Du die Ursache für die Schimmelbildung findest. Meist ist es der Fall von kondensierender Flüssigkeit an den Fensterscheiben. Dann ist der Fall einfach, hier sind einige Maßnahmen, die Du für eine dauerhafte Verbesserung treffen kannst:

  • Eine Abzugshaube beim Kochen

  • Kochen und Duschen mit offenem Fenster

  • richtiges Lüftungsverhalten

  • gute Isolierung

  • regelmäßig die Fensterrahmen und -Laibungen auf Schimmel überprüfen.

Ist der Grund nicht ersichtlich, kann es sich um eine Kältebrücke handeln, hier kann ein Fachmann Dir helfen.

In jedem Fall solltest du Schimmel jeglicher Art unverzüglich entfernen und regelmäßig deine Fenster auf Schimmel prüfen.

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